Von Martin Luther bis Britney Spears: sich selbst zu verletzen scheint in uns Menschen irgendwo verankert zu sein. Irgendwann hast auch du dich schon einmal selbst verletzt – und wenn nicht, dann kommt das vielleicht noch. Doch warum tun wir es? Und haben wir wirklich Spaß dabei?

Stell dir vor du ziehst dir einen deiner Zähne mit einer Zange (ohne „medizinischen“ Grund). Wenn dieser Gedanke bei dir ein breites Lächeln hervorruft und eine klaffende Lücke zum Vorschein bringt wo früher mal ein Schneidezahn war, dann bist du Masochist. Masochisten freuen sich bei dem Gedanken an Schmerz. Ein normaler Mensch tut das nicht. Wir haben Angst vor Schmerzen.

Und trotzdem kommen wir oft an den Punkt, an dem wir uns selbst verletzen. Beispielsweise schlägt man mit der Faust gegen die Wand (oder sogar den Kopf) oder ohrfeigt sich selbst. Manche Leute benutzen auch Rasierklingen und ritzen sich damit in Arme und Beine. Luther geißelte sich selbst bis zur Bewusstlosigkeit und Britney Spears rasierte sich den Kopf. Zugegeben wirkt Britneys luftanlässiger Haarschnitt aus dem Jahre 2007 wie Pipifax neben des Reformators Peitschenhieben, jedoch hatten beide ihre Gründe für den Akt von Selbstverletzung.

Es gibt zwei Gründe, warum sich ein Mensch selbst Schmerzen zufügt. Grund Nummer eins ist der Schrei nach Aufmerksamkeit: Britney hat um Hilfe gerufen! Sie wurde ihren Problemen alleine nicht mehr Herr. Also zeigte sie dies, indem sie ihre Haare in einem Friseursalon in Kalifornien zu Boden fallen lies. 
Ein kleiner Einschub an dieser Stelle: wenn eine Frau sich eine Glatze rasiert, hat sie entweder Krebs, zeigt Sympathie für jemanden mit Krebs oder sie hat gravierende Probleme. In jedem der drei Fälle braucht sie Hilfe/Unterstützung.
Grund Nummer zwei ist der Wille sich selbst zu bestrafen: Luther versuchte die Gnade Gottes zu bekommen, indem er sich selbst bestrafte. Er peitschte sich aus. Völlig umsonst, wie er ja später herausfand.

Obwohl die meisten unter uns mit mir übereinstimmen werden, dass Schmerz etwas ist worüber man sich nicht freut, haben wir uns bereits selbst welchen zugefügt und werden es wieder tun. Kaum einer ist gefeit gegen sich selbst. Dein größter Feind bist du selbst!

Wer sich das Datum des vorherigen Artikels ansieht, wird bemerken, dass es bereits eine ganze Weile zurück liegt. Aus „persönlichen Gründen“ habe ich im Herbst letzten Jahres das Schreiben eingestellt. Auch ich habe mich damit selbst verletzt – ich habe mir das genommen, was mir am meisten Spaß macht. Von außen betrachtet, ist so etwas natürlich sinnbefreit, doch ich wusste nicht anders weiter.
Was aber wichtiger ist: Ich habe mich zurückgekämpft und jetzt bin ich wieder da! Nicht einmal pro Tag, das tu ich uns nicht an. Aber wenn ich einen Beitrag veröffentliche, dann seid ihr hoffentlich dabei!

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  1. Willkommen zurück. 🙂

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Essay

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